Archive for Februar, 2012
Finanzberatung für Studenten, Berufseinsteiger…
Es ist nicht der erste neue Kunde, welcher schon mit der einen oder anderen (angeblich) so effektiven und dynamischen Vermögensanlage zur AFPS kommt. Doch in diesen Fällen ärgert es einen immer noch sehr! Ein noch junger Kunde, gerade mit dem Studium fertig, den ersten Angestelltenvertrag unter Dach und Fach gebracht. Jetzt soll die Finanzplanung starten! Doch auch dieser Personenkreis legt uns zur Prüfung bereits langfristige Vermögensverträge vor. Erstaunlich, da die meisten unter ihnen „noch nicht einmal“ ein Startkapital für eine Wohnung oder einfach nur eine Liquiditätsreserve besitzen.
Unter dem Motto, wer frühzeitig mit seinem langfristgen Vermögensaufbau beginnt, muss aufgrund des Zinseszinseffektes weniger für den Rentenaufbau entbehren. Soweit so gut und (un)logisch. Selbstverständlich kann sich ein Zinseszinseffekt sehr positiv auf eine Vermögensanlage auswirken! Doch betrachten wir einmal nur zwei Dinge im Detail: (1)Ein langfristiger Vermögensaufbau kann nur dann erfolgreich sein, wenn dieser langfristig bedient werden kann. Das bedeutet, erst wenn ich selbst eine Liquiditätsreserve angespart habe für Risiken des täglichen Lebens (Entlassung, Krankheiten…) oder auch nur für den Kauf einer neuen Waschmaschine etc., sollte über einen langfristigen Vermögensaufbau nachgedacht werden. Denn die Statistik zeigt uns, dass viele Verträge erst gar nicht bis zum gewünschten Zeitpunkt angepart werden (können).
(2)Der Zinseszinseffekt tritt bei einem Großteil der vorgelegten Finanzprodukten (Beispiel: Rentenversicherungen) erst nach vielen Jahren ein, da die Kostenbelastungen, gerade in den ersten fünf Jahren, extrem hoch sind. Da werden oftmals nur 55-60% der gezahlten Beiträge in den Vermögensanlagen investiert. Doch auch nach fünf Jahren führt die Kostenbelastung dazu, dass viele Angebote keine ausreichende Rendite erzielen können.
Gesamtkostenquoten von 21% auf die gezahlten Beiträge während der Laufzeit sind keine Seltenheit. Beispiel: Sie sparen einen Vertrag an, indem Sie innerhalb von 35 Jahren 100.000 Euro invesitieren. Die Kosten für den Vermittler, der Versicherungsgesellschaft beträgt hier 21.000 Euro! Jetzt können Sie selber einmal rechnen, wie viel Rendite die Vermögensanlage erzielen muss, damit auch Sie davon profitieren können und der in Aussicht gestellte Zinseszinseffekt sich positiv entfalten kann.
Lassen Sie sich beraten, nicht verkaufen.
Ökonom
Dieter Jeandrée
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Tags: Lebensversicherungen, Rentenversicherungen; Kostenbelastung, Studentenberatung
Sind Kapital- oder konventionelle Rentenversicherungen wirklich sicher(?) – Anmerkungen.
Wir „Deutschen“ sparen und das freut natürlich auch die Produktanbieter. Ein Großteil des langfristigen Vermögensaufbaus (Stichwort: Versorgungslücke im Rentenalter) wird in konventionellen Lebens- und Rentenversicherungen investiert. Konventionell bedeutet, dass der Anbieter einen festen Zins (2012 = 1,75%) während der Laufzeit garantiert. Doch der Garantiezins bezieht sich auf den Sparanteil der Versicherung. Dieser kann durch hohe Provisions- und Vertriebskosten, sowie Kosten der Risikoabsicherung deutlich gesenkt sein. Übrig bleibt oftmals dann nur eine garantierte Verzinsung nach Kosten von 0,20% p.a.! Zusätzlich ist der Anleger an Überschussanteile des Versicherers beteiligt.
Ein Alleinstellungsmerkmal für die deutschen Versicherer, da es kein vergleichbares Produkt gibt. Denn keine Bank oder Bausparkasse wird Ihnen sehr langfristig (20 Jahre und mehr) einen Zins für Ihr Vermögen anbieten (können). Und das aus gutem Grund! Denn aktuell müssen die Kundengelder im Schnitt mit 3,35% (aufgrund höherer Garantiewerte in der Vergangenheit) verzinst werden. Dabei sind die Anlagemöglichkeiten der Versicherer durch den Gesetzgeber sehr eingeschränkt. Staats- sowie Unternehmensanleihen müssen hier den größten Teil die Verzinsung abdecken. Sachwerte, wie Immobilien und Aktien zum Schutz vor Inflation spielen prozentual eine untergeordnete Rolle.
Eine an der Börse handelbare Bundesanleihe erwirtschaftet aktuell eine Rendite von 1,91 % bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Um eine Rendite zu erzielen, sind einige Versicherer auch in Ländern, wie Italien, Griechenland investiert. Knapp die Hälfte der Kapitalanlagen werden bei Banken investiert, beispielsweise über Darlehen oder Namenschuldverschreibungen. Diese wiederum – wenn wundert es – sind wiederum in europäische Staaten investiert, die aktuell vor großen Herausforderungen (Haushaltskrise) stehen.
Hinzu kommen die neuen Eigenkapitalvorschriften – Stichwort Solvency II – welche im Jahr 2013 eingeführt werden sollen. Eine Hinterlegung von weiterem Eigenkapital für zukünftige Leistungen (Auszahlung- und Verrentung von Lebensversicherungen) des Versicherers könnten hiermit einhergehen.
Es sind große Herausforderungen, welche von den Anbietern angenommen werden müssen. Falls es die eine oder andere Gesellschaft nicht schaffen sollte, der Gesetzgeber hat über das Versicherungsaufsicht Gesetz bereits vorgesorgt (§89 VAG) – alle Auszahlungen können seitens der Bafin verboten werden… Die systematischen Risiken scheinen somit der Bundesregierung bekannt zu sein.
Sicherheit sieht und kann anders aussehen!
Ökonom
Dieter Jeandrée
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Tags: Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Sicherheit