07
Feb

Sind Kapital- oder konventionelle Rentenversicherungen wirklich sicher(?) – Anmerkungen.

Written by Dieter Jeandrée. Posted in Allgemein

Wir „Deutschen“ sparen und das freut natürlich auch die Produktanbieter. Ein Großteil des langfristigen Vermögensaufbaus (Stichwort: Versorgungslücke im Rentenalter) wird in konventionellen Lebens- und Rentenversicherungen investiert. Konventionell bedeutet, dass der Anbieter einen festen Zins (2012 = 1,75%) während der Laufzeit garantiert. Doch der Garantiezins bezieht sich auf den Sparanteil der Versicherung. Dieser kann durch hohe Provisions- und Vertriebskosten, sowie Kosten der Risikoabsicherung deutlich gesenkt sein. Übrig bleibt oftmals dann nur eine garantierte Verzinsung nach Kosten von 0,20% p.a.! Zusätzlich ist der Anleger an Überschussanteile des Versicherers beteiligt.

Ein Alleinstellungsmerkmal für die deutschen Versicherer, da es kein vergleichbares Produkt gibt. Denn keine Bank oder Bausparkasse wird Ihnen sehr langfristig (20 Jahre und mehr) einen Zins für Ihr Vermögen anbieten (können). Und das aus gutem Grund! Denn aktuell müssen die Kundengelder im Schnitt mit 3,35% (aufgrund höherer Garantiewerte in der Vergangenheit) verzinst werden. Dabei sind die Anlagemöglichkeiten der Versicherer durch den Gesetzgeber sehr eingeschränkt. Staats- sowie Unternehmensanleihen müssen hier den größten Teil die Verzinsung abdecken. Sachwerte, wie Immobilien und Aktien zum Schutz vor Inflation spielen prozentual eine untergeordnete Rolle.

Eine an der Börse handelbare Bundesanleihe erwirtschaftet aktuell eine Rendite von 1,91 % bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Um eine Rendite zu erzielen, sind einige Versicherer auch in Ländern, wie Italien, Griechenland investiert. Knapp die Hälfte der Kapitalanlagen werden bei Banken investiert, beispielsweise über Darlehen oder Namenschuldverschreibungen. Diese wiederum – wenn wundert es – sind wiederum in europäische Staaten investiert, die aktuell vor großen Herausforderungen (Haushaltskrise) stehen.

Hinzu kommen die neuen Eigenkapitalvorschriften – Stichwort Solvency II – welche im Jahr 2013 eingeführt werden sollen. Eine Hinterlegung von weiterem Eigenkapital für zukünftige Leistungen  (Auszahlung- und Verrentung von Lebensversicherungen) des Versicherers könnten hiermit einhergehen.

Es sind große Herausforderungen, welche von den Anbietern angenommen werden müssen. Falls es die eine oder andere Gesellschaft nicht schaffen sollte, der Gesetzgeber hat über das Versicherungsaufsicht Gesetz bereits vorgesorgt (§89 VAG) – alle Auszahlungen können seitens der Bafin verboten werden… Die systematischen Risiken scheinen somit der Bundesregierung bekannt zu sein.

Sicherheit sieht und kann anders aussehen!

Ökonom

Dieter Jeandrée

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31
Jan

Honorarberatung gesetzlich gefordert

Written by Dieter Jeandrée. Posted in Allgemein

Aufklärung ist notwendig, nicht nur in der Anlage- und Versicherungsberatung. Auch die Politik führt uns seit Jahrzehnten mit Falsch- und Fehlinformationen – die Rente ist sicher – und eine auf Kredit finanzierte „Wünsch“ Dir  was Politik an der „Nase lang“. Nicht nur die Griechen lebten über ihre Verhältnisse. Alle, wenn auch mit deutlichen Unterschieden, westliche Länder scheinen seit den 70 er Jahren das Haushalten der eigenen Finanzen verlernt zu haben.
Doch nun zurück zur Finanzberatung: unsere Verbraucherministerin, Ilse Aigner (CSU), fordert eine gesetzlich verankerte Honorarberatung. Die Honorarberater würde somit neben anderen beratenden Berufen, wie Rechtsanwälte, Steuerberater ihre Beratungsleistung anbieten können. Dies könnte dazu führen, dass die Beratung im Vordergrund steht. Doch erhöht sich damit schlagartig die Qualität? Das kann angezweifelt werden, da wir bereits jetzt wieder ehemalige provisionsbetriebene Vermittler sehen, die auf einmal als „Honorarberater“ auftreten.

Unter dem Motto „es war alles schlecht, was ich bisher vermittelt habe lieber Kunde“ stehen weiterhin Produkte im Vordergrund – auch wenn es sich hierbei um Honorarprodukte handelt. Hier sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn zu einer strategischen Finanzberatung gehört mehr als die Vermittlung eines Finanzproduktes, egal ob es jetzt um ein Provisions- oder Honorarprodukt handelt. Denn auch die Qualität der Anlagen, der Anlageberatung selbst wird nicht durch die Kürzung von Kosten in Produkten besser!

Ökonom

Dieter Jeandrée

25
Jan

Finanzplanung ohne Erfolg

Written by Dieter Jeandrée. Posted in Finanzplanung

Und wieder schlechte Nachrichten für die Finanzberatungsbranche, in diesem Fall für die MLP AG. Nun gut werden die einen sagen, warum prüft eine angehende Juristin nicht die Auswahl sowie die Vertragsbedingungen der vermittelten Verträge? Doch dies ist schlichtweg zu leicht, um sich dem Phänomen provisionsbetriebener Beratung zu nähern.
Denn auch eine angehende Juristin ist mit den Vertragsbedingungen, Empfehlungen der sogenannten Finanzberater überfordert. Denn neben den eigentlichen Vertragsbedingungen müssen die Angebote finanzmathematisch hinterfragt werden. Weiterhin ist die Anlage selbst zu analysieren hinsichtlich einer möglichen zukünftigen Renditechance sowie dem einhergehenden Risiko der Vermögensanlage. Und mithin das wichtigste Kriterium selbst, die Vertragsfairness hinsichtlich der offenen sowie versteckten Kosten solcher Policen. Wer rechnen kann ist hierbei im Vorteil! Denn der größte Teil der Finanzplaner vermittelt Policen, die selbst bei guten Verlauf der Vermögensanlagen keine oder sehr geringe Renditen nach Kosten erwirtschaften können. Keine, der von uns geprüften Versicherungen ehemaliger MLP Kunden, haben selbst nach 10 Jahren Dauer die eingezahlten Beiträge ausgewiesen.

Die Tatsache selbst verwundert uns nicht, aber das viele Kunden selbst nach Jahren ihre jährlichen Vermögensmitteilungen nicht durchlesen – das verwundert uns dann doch schon!

Ökonom

Dieter Jeandrée

 

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